Mode

Die Optik der Optik: YUN im Interview

Von , 11. October 2016

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© Yun Eyewear

Koreanisches Design und Berliner Gründergeist: Das Brillenlabel YUN präsentiert hochwertige Brillen in Rekordgeschwindigkeit

Brillengestelle als Überflieger: Ganz aerodynamisch dank zurückgenommenem Minimalismus, ganz Vorreiter dank 20-Minuten-Fertigungsprozess, ganz Vielfalt dank über 120 verschiedener Kombinationsmöglichkeiten. So verspricht es das Berliner Brillenlabel YUN, das mit koreanischen Designansätzen unsere Nasenrücken erobern möchte. Seit Oktober 2015 befindet sich dafür ein erster Flagshipstore in Berlin Mitte, der nicht nur klassische Brillengestelle in schlichter Atmosphäre zeigt, sondern diese auch in nur 20 Minuten anfertigt. Für mehr Durchblick, Weitblick und Augenblick(e).

Wir haben uns mit der Gründerin des Brillenlabels, Jiyoon Yun, über den Start, Korea und Brillendesign unterhalten.

Was habt ihr gemacht, bevor YUN ins Leben gerufen wurde?
Ich habe als Modedesignerin bei der koreanischen Marke Handsome in Seoul gearbeitet, gleichzeitig aber immer davon geträumt, einmal mein eigenes Label zu starten. Passenderweise hat mein Vater zu dieser Zeit gerade ein Konzept für ein Brillengeschäft entwickelt und mich gefragt, ob ich nicht mitmachen will. Das hat sich als ziemlich gute Kombination herausgestellt, er als Business-Mann und ich als kreativer Kopf. Meine Schwester war bei einer Bank in Korea angestellt, bevor sie ihren deutschen Ehemann geheiratet hat und nach Berlin gezogen ist. Sie war es auch, die uns Berlin als Standort für unseren ersten Shop empfohlen hat.

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Warum ist es dann tatsächlich Berlin, und nicht zum Beispiel eure Heimat Seoul geworden?
Unsere oberste Priorität, als wir nach einem Platz für unseren ersten Laden gesucht haben, war Internationalität und eine kreative, offene Umgebung. Auch wenn wir Seoul als Standort sehr spannend finden, ist diese junge Energie, die Berlin hat, für uns noch interessanter.

Was war bei der Gründung die größte Herausforderung?
Am meisten Respekt hatten wir davor wie uns die Berliner aufnehmen würden, weil wir natürlich einen anderen ästhetischen Ansatz haben. Der scheint allerdings sehr gut anzukommen.

Habt ihr das Design eures ersten Shops auch selbst entworfen?
Das hat ein Berliner Designbüro für uns übernommen, allerdings haben wir natürlich unsere eigenen Vorstellungen mit eingebracht. Was für uns bei der Konzeption im Mittelpunkt stand, war, den Fertigungsprozess der Brillen möglichst gut offen zu legen. Um die Gestelle auch wirklich in 20 Minuten fertig stellen zu können, musste außerdem alles auf Effizienz ausgelegt sein.

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Der Shop und das Label sind quasi ein Familienunternehmen – was bedeutet Familie für dich?
Alles, ich bin sehr froh, mit meiner Familie so eng zusammen arbeiten zu können, auch wenn wir uns bezüglich der Arbeit oft in die Haare kriegen, weil wir alle so unterschiedliche Interessen und Fachgebiete haben. So kommen gleichzeitig aber auch immer wieder die unterschiedlichsten, interessantesten Meinungen zusammen, was sehr spannend ist.

Wie sehr beeinflussen euch eure koreanischen Wurzeln in dem, was ihr tut?
Unsere Herkunft steckt eigentlich hinter der kompletten Identität von YUN. Tiefer Respekt vor der Vergangenheit und unseren Vorfahren bildet die Basis unseres Schaffens. Deshalb haben wir auch den Namen YUN gewählt, weil er sowohl die Vergangenheit, als auch die Gegenwart repräsentiert. Er steht für meinen Vater, meine Schwester und mich, für Technologie und Design, Erfahrung und Kreativität.

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Wo produziert ihr die Gläser und Gestelle?
Alle Gläser werden in unserem Labor in Incheon in Korea produziert und für die Gestelle arbeiten wir mit verschiedenen koreanischen Herstellern zusammen, die sich alle auf bestimmte Herstellungstechniken spezialisiert haben. Durch die langjährige Erfahrung meines Vaters in der Brillen-Branche hatten wir zum Glück schon vor dem Start gute Kontakte zu qualifizierten Produzenten in Korea.

Welches Brillenmodell ist dein Favorit für diesen Herbst?
Aus unserer neuen Herbst-/Winter-Kollektion, die gerade erschienen ist, mag ich das Gestell Conan am meisten. Es hat eine klassische, runde Form und folgt einem zeitlosen Entwurf. Generell mag ich es, wenn beim Design Gegensätze aufeinander treffen wie warme und kalte Materialien, oder Gold und Silber.

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Der erste Flagshipstore von YUN Berlin befindet sich in der Rosenthaler Straße 11 in Berlin Mitte.

Tags: #brillen, #Focus on, #Interview, #Mode, #YUN