Mode

Die Liste: What a Blazer!

Von , 16. February 2017

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Frühjahr/Sommer 2017 RTW REJINA PYO © rejinapyo.com

Von Punk bis Preppy, kaum ein Kleidungsstück hat den Begriff „Allroundtalent“ wohl so verdient wie der Blazer. 2017 feiert das adrette Jäckchen sein Comeback und mit ihm die glamouröse Powerfrau

Country Club, Elite-Internat, Ruderregatta, Mafiaboss, Gangsterfilm, aber auch Office-Look, Powerfrau und Marlene Dietrich: Das alles schießt uns beim Gedanken an den Blazer durch den Kopf. Kein anderes Textil bedient wohl mehr Klischees – und Milieus. Wen wundert es da noch, dass die Fasson-Jacke, egal ob ein- oder zweireihig in regelmäßigen Abständen auf die Laufstege zurückkehrt. So auch in dieser Saison. 2017 kommt kaum ein Label ohne den Blazer aus. Gucci präsentiert ihn in knalligem Pink und verleiht ihm durch die Kombination mit übergroßer Schleife am Kragen eine mädchenhaft feminine Attitüde. Ähnliches bei Balenciaga. Auch hier flirtet der Blazer kokett mit Knallfarben wie Pink, Gelb und Violett. Insgesamt tritt er aber deutlich tougher auf. Eine schmale Taille mündet in breite Schultern, was uns auf Anhieb an die 80er erinnert. Kein Zufall. Das wird spätestens klar, wenn wir einen genaueren Blick auf die SS17 Ready to Wear-Kollektionen der anderen Designer werfen. Von Saint Laurent und Céline über Vetements bis hin zu Maison Margiela: Blazer soweit das Auge reicht. Am liebsten in Übergröße, also eher als Jackett, mit markanten Schultern. Wo statt Knallfarbe Pastell zum Einsatz kommt, setzen nicht selten großformatige Muster oder Materialmix optische Statements. Typisch Powersuit eben. So wie ihn Armani einst für seine Schwester schneiderte. Trotzdem werden wir bei den neuen Modellen das Gefühl nicht los, dass es längst nicht mehr darum geht, Weiblichkeit zu verstecken. Vielmehr verschmelzen hier weibliche Zartheit und männliche Stärke zu einer einzelnen, untrennbaren Silhouette. Passend dazu der Mix mit Overknee-Stiefeln, Schnür-Ballerinas, Shorts und Plissee-Röcken.

Woher stammt eigentlich der Blazer und was macht ihn so spannend? Ganz klar ist der Ursprung des Begriffs nicht. Mal soll Queen Victoria damit zu tun gehabt haben, dann wieder der Lady Margaret Boat Club am St. John’s College in Cambridge. Was wir aber wissen, der Blazer ist von seiner Idee her “very british” und Frauen tragen ihn schon lange vor dem Armani inspirierten Business-Look; in der Regel um ein ganz bestimmtes Bild von sich zu kreieren. Marlene Dietrich macht den Blazer mitsamt der passenden Hose in den 1930ern zu ihrem Markenzeichen. Eine Frau im Smoking wirkt auf viele verrucht, inszeniert sie aber gleichzeitig als moderne, durchsetzungsfähige Frau. Nichts anderes tut Catherine Deneuve, als sie 1962 gehüllt in einem Haute-Couture-Anzug von Saint Laurent medienwirksam über den roten Teppich schwebt. Drei Jahre später holt eben jener Yves Saint Laurent den Blazer endgültig aus den eingestaubten Kisten englischer Grafschaften heraus, als er seine Models die Rive Gauche-Kollektion und mit ihr eine Pret-a-Porter-Variante des Smokings präsentieren lässt. Der Blazer ist als Fashion-Piece geboren. Textile Emanzipation sozusagen, die schließlich mit besagten Armani-Anzügen ihren Höhepunkt findet.
Seitdem hat der Blazer so manche Wandlung durchgemacht, war mal bieder, dann wieder verpönt, wurde zum Item subkultureller Revolten, und, und, und. 2017 mag die politische Strahlkraft des Blazers vielleicht nicht mehr ganz so brisant sein. Obwohl er ironischerweise gerade hier zur obligatorischen Garderobe gehört. Trotzdem könnte das Timing nicht besser sein. Die Forderung nach Emanzipation scheint mit einem Mal aktueller denn je. Damit hätten wir dann auch den Bogen geschlagen zu den 80ern und dem Powersuit mit breitschultrigem Jackett. Wer sich jetzt auch die Businessjacke 2.0 überwerfen will, für den hätten wir hier die passende Inspiration parat.

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Blazer mit Gürtel von Rejina Pyo, etwa 650 Euro

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Pinker Blazer von Gucci, etwa 2.000 Euro

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Karierter Blazer von Étoile Isabel Marant, etwa 430 Euro

 

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Lockerer Blazer von Edited, etwa 80 Euro

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Seidenblazer von Blazé Milano via matchesfashion.com, etwa 2.200 Euro

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Cloqué-Blazer von Philipp Lim mit Blumenmuster, etwa 1300 Euro via Farfetchtrend-blazer-jacken-top-10-Lofficiel

Nadelstreifen-Blazer von Ganni, etwa 250 Euro

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Schwarzer Samtblazer von Weekday, etwa 120 Euro

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Blazer aus Baumwollcrêpe mit Volants von Marni, etwa 1090 Euro

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Blazer mit Gürtel von H&M, etwa 60 Euro