Lifestyle

Héroï­nes: @maggieontherocks

Von , 19. April 2017

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Patricia Gutierrez aka @maggieontherocks

Stilsicher inspiriert sie als @maggieontherocks auf Instagram täglich hunderttausende Follower. Doch nicht nur ihr modisches Fingerspitzengefühl und ihr Sinn für zeitloses Design machen die spanische Designerin zu unserer neuen Héroï­ne. Ein Gespräch mit Patricia Gutierrez

Bilder sind allgegenwärtig und digital jederzeit abrufbar. Ein Umstand, der es oft schwer macht, noch die Spreu vom Weizen zu trennen. Bildarchive wie Tumblr, Pinterest und Instagram haben klassischen Pinboards längst den Rang abgelaufen; junge Kreative werden stattdessen immer öfters mittels weniger Klicks im Netz fündig. Eine von ihnen ist Patricia Gutierrez. Als Knitwear-Designerin, unter anderem für das spanische Label Bimba y Lola, ist sie beruflich sogar darauf angewiesen. Das Durchforsten von Accounts und Finden neuer Inspiration betreibt sie trotzdem am liebsten privat. Dabei sind ihr Tumblr- und Instagram-Account @maggieontherocks mittlerweile nicht nur Synonym für avantgardistisches Understatement und ein selbstbewusstes neues Frauenbild, sondern auch ihr ganz persönlicher Rückzugsort. Ein Rückzugsort, den sie mit Hunderttausenden teilt.

Wer oder was inspiriert Dich?

Kunst, ungewöhnliche Formen und Frauen mit Persönlichkeit.

Wem folgst Du auf Instagram und Tumblr, und warum?

Ich liebe es neue Marken, Stores und Konzepte zu entdecken und zu unterstützen, wie zum Beispiel @loq, @charliemay oder @thefrankieshop. Außerdem inspirieren mich starke Frauen wie @sissysaintemarie oder @stella_vonsenger.

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© instagram.com/maggieontherocks

Von welchem Trend müssen wir uns 2017 verabschieden, was kommt, was bleibt?

Ich bin nicht sehr trendorientiert. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, zeitloses, solides und gutes Design mehr zu schätzen als schnelle Trends. Aber ich muss zugeben, dass ich die allgegenwärtigen “power-sleeves“ wirklich gut finde.

Deine Bildauswahl folgt einer starken visuellen Handschrift. Wie würdest Du Deine Ästhetik beschreiben?

Ich versuche, ein bestimmtes Lebensgefühl zu porträtieren, indem ich Mode mit unterschiedlichen Elementen aus Design, Kunst und Architektur zusammenbringe – immer mit einem Fokus auf Farben, Formen und Texturen, die meinem eher minimalistischem Anspruch gerecht werden.

Und wie Deinen persönlichen Stil…?

Komfort ist meine oberste Priorität. Ich mag Kleidung, die für Zeitlosigkeit, Understatement und Bequemlichkeit steht. Feminine wie maskuline Silhouetten kombiniert mit Schnitten, die trügerisch einfach sind. Meine Lieblingsstücke sind neu aufgelegte Basics wie Pullover oder weiße Hemden.

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© instagram.com/maggieontherocks

Woher kommst Du? Wo gehst du hin?

Ich bin Knitwear-Designerin, und eine sehr leidenschaftliche dazu. Ich liebe es, wie Kreativität und Technik dabei Hand in Hand gehen, sowie die Tatsache, dass man einfach nie ausgelernt hat. Zugleich bin ich fasziniert von der Vielseitigkeit der Mode, weswegen ich zukünftig gerne an verschiedenen Arten von Projekten arbeiten würde. Ich bin in einer Stadt im Nordwesten von Spanien aufgewachsen und habe immer davon geträumt, zu reisen und an unterschiedlichen Orten zu leben. Das ist ein Gedanke, der mich nie so recht losgelassen hat…

Wer sind Deiner Meinung nach die derzeit viel versprechendsten Newcomer, wenn es um Mode und Design geht?

Ich bewundere insbesondere Marken, an deren Spitze eine Frau steht, wie Rejina Pyo, Maryam Nassir Zadeh oder Mother of Pearl. Sie alle haben diesen zurückhaltenden Sinn für Coolness, mit dem sie Trends einfach übergehen.

101k Follower auf Instagram. Wann hast Du angefangen, Dinge, die Dich inspirieren auf diesem Weg zu teilen und warum?

Mein Tumblr war zu Beginn mein digitaler Zufluchtsort. Ich war gerade mit meinem Designstudium fertig und fühlte mich in meinem Job ehrlich gesagt ziemlich unterfordert. Im Laufe der Zeit half er mir dann auch dabei, eine eigene Ästhetik zu entwickeln und mich darin zu bestärken, wer ich als Designerin wirklich bin. Es gefiel mir, auf diesem Weg Gleichgesinnte zu finden und meine Inspiration zu teilen. Das ist das Großartige an Instagram – es ist so einfach in Dialog mit anderen kreativen Köpfen zu treten.

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© instagram.com/maggieontherocks

Du beschreibst Dich selbst als „image collector”. Wie sieht deine tägliche “collecting” Routine aus?

Nach all der Zeit sollte man meinen, dass ich eine Methode habe, aber die Wahrheit ist, dass mein Prozess eher organisch und chaotisch ist. Ich sammele überall und alles: auf meinem Handy, iPad, Laptop, Office-Computer; sich stapelnde Magazine in meinem Wohnzimmer, zufällige Notizen auf Schmierzetteln… Ich bin eine sehr visuelle Person und wenn ich etwas finde, das mich inspiriert oder bewegt, muss ich es einfach irgendwo ablegen.

Wann ist es ein Bild dann wert, geteilt zu werden?

Maggieontherocks war von Anfang an dafür da, um der Realität zu entkommen. Ein Ort, an dem ich meinem persönlichen Geschmack treu sein kann. Als Designer, der für verschiedene Marken arbeitet, ist man von vielen Meinungen beeinflusst. Innerhalb dieses begrenzten digitalen Raums entscheide und Tagträume hingegen nur ich. Mir geht es dabei immer um Bilder mit einer gewissen Sensibilität und Persönlichkeit, einer Geschichte.

Was sonst sammelst Du – in Bezug auf haptische Objekte?

Ich liebe es, mich mit schönen Dingen zu umgeben und neige dazu, zu viele Keramiken und kleine nutzlose Objekte anzuschaffen und zu horten – einfach, weil ich sie mag. Es ist dasselbe mit Büchern und Zeitschriften, ich kann einfach nicht genug davon haben.

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© instagram.com/maggieontherocks