Mode

MBFWB: Mode-morphose

Von , 20. January 2017

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MalaikaRaiss Winter 2017/18 © PR

In Berlin zeigten die Designer ihre Herbst/Winter 2017-Kollektionen – ein Blick auf Veränderungen, in unterschiedlichster Form

Die Berliner Modewoche häutet sich. Sie legt Altes ab, probiert Neues an, ein bisschen frischer Wind in den Segeln der Hauptstadt, ein neues Schuppenkleid zum Präsentieren. Und das muss nicht unbedingt glänzen, es darf sich auch zurückhalten. Es muss nicht vor Prunk und Protz nur so strahlen, sich mit bunten Federn schmücken, die doch eigentlich gar nicht zum Äußeren passen. Stattdessen bleibt es ruhiger, mit Blick auf die eigene Veränderung und das Kommende. Es sind viele kleine Teile, die schließlich das diesjährige Gewand der Fashion Week Berlin formten, die Designer, Kollektionen, realen Orte und virtuellen Plätze, an denen sich die Modefans trafen.

Mit dem Kaufhaus Jandorf als neuem Hauptstandort zeigte sich diese Verwandlung schon mit der Locationwahl: Raus mit dem Bekannten, rein mit neuen Designs, Produkten, Dingen zum Bestaunen. Zwar ist das Warenhaus bereits seit 1945 nicht mehr in Betrieb, doch vielleicht ist es genau dieser tatsächlich mögliche, freie Raum, den die Berliner Modewoche zum Befüllen brauchte, genug Platz den alten Panzer abzulegen.

Doch auch abseits des Kaufhauses in Mitte durften Models und Entwürfe über den Laufsteg flanieren und bewiesen: Aus der Reihe tanzen ist manchmal auch ein guter Schritt, vom Weg abkommen nicht immer ein Umweg und sowieso nicht alles Gold, was glänzt. Vielmehr ist auch jenes vielversprechend, was sich erst langsam und dann doch umso mächtiger in der eigenen Wahrnehmung verankert. Denn Umhauen ist zwar gut, doch so am Boden lässt sich die Welt vor Überwältigung dann auch nicht mehr richtig wahrnehmen. Deshalb behalten wir lieber einen klaren Blick für die Herbst/Winter 2017-Entwürfe dieser fünf Designer, die auf der auslaufenden Berlin Fashion Week ihre Vorstellungen des neuen Gewands ganz unterschiedlich interpretierten.

Hien Le

Bereits seit 2011 ist Hien Le fester Bestandteil der Berlin Fashion Week und Modeszene der Hauptstadt – trotzdem schafft es der laotische Designer jede Saison wieder so einiges an Interesse für das eigene Label zu gewinnen. Seine monofarbenen wie tragbaren Designs hat er diese Saison auf die Skate-Kultur angewandt und mit klassischen Elementen der Herrenmode gepaart. Das Ergebnis: eine für den Designer typische Symbiose aus sportlich und elegant in zurückhaltenden Farben, die sich bestimmt nicht nur auf dem Laufsteg, sondern auch auf dem Brett ganz ausgezeichnet macht.

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Hien Le Fall/Winter 2017/18 © PR
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Hien Le Fall/Winter 2017/18 © PR
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Hien Le Fall/Winter 2017/18 © PR

MalaikaRaiss

Nachdem es die Berliner Designerin Malaika Raiss zuletzt mit einer Schmuckkollektion ins Weltall verschlug, kehrte sie mit ihrer Herbst/Winter 2017-Kollektion nun zurück auf den Berliner Modeboden, konkret: auf den Beton-Catwalk des Humboldtforums. Unter dem Titel “The Time is Now” ließ sie dort knallendes Pink und zartes Weiß über den Laufsteg flanieren, paarte Hemden oder Anzughosen mit lockerem Strick und feinsten Abendzwirn mit Stücken für den Alltag – eindeutig schöner als jeder Raumanzug.

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MalaikaRaiss Fall/Winter 2017/18 © PR
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MalaikaRaiss Fall/Winter 2017/18 © PR
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MalaikaRaiss Fall/Winter 2017/18 © PR

Vladimir Karaleev

Während der Bulgare Vladimir Karaleev letzte Saison noch im Zuge des Berliner Modesalons eine Präsentation im Kronprinzenpalais zeigte, fanden sich seine Entwürfe diesen Januar auf dem Laufsteg im Kaufhaus Jandorf wieder. Dominiert von asymmetrischen Schnitten, Karomustern sowie Grün- und Rottönen spielt Karaleev mit unserer typischen Herbstgarderobe, lässt sie ein bisschen aus der Reihe tanzen, durch dicke Stoffe nicht an Wärme verlieren, aber an Dreh- und Angelpunkten gewinnen.

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Vladimir Karaleev Fall/Winter 2017/18 © PR
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Vladimir Karaleev Fall/Winter 2017/18 © PR
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Vladimir Karaleev Fall/Winter 2017/18 © PR

Marina Hoermanseder

Zum Ausklang ihrer im Rahmen des Berliner Modesalons gezeigten Show ließ Marina Hoermanseder das Lied “Gangsta’s Paradise” spielen – eigentlich ein Kontrast zu den sonst für ihre Mädchenhaftigkeit bekannten Designs der Österreicherin. Und doch passend zu dem Bruch, den Marina Hoermanseder ihren Entwürfen für den Herbst/Winter 2017 verpasste. Neben Pink, Blumen und natürlich den typischen Gürtel-Elementen trugen die Models nämlich auch Braids auf dem Kopf und eine gewisse Attitude im Gang den Laufsteg herunter, mit Designs, so verspielt wie skulptural auf den Schultern.

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Marina Hoermanseder Fall/Winter 2017/18 © PR
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Marina Hoermanseder Fall/Winter 2017/18 © PR
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Marina Hoermanseder Fall/Winter 2017/18 © PR

Perret Schaad

Auch in der neuen Kollektion des Designduos Perret Schaad zieht sich wieder der Gegensatz als Leitmotiv durch die Kleidung – denn wenn Johanna Perret und Tutia Schaad ihre gemeinsamen modischen Visionen in Entwürfe verwandeln, scheint das Moodboard stets äußerst vielseitig zu sein. Samt und Metallic-Stoffe, oversized Schnitte und figurbetonte Elemente, Prints von 3-D Skulpturen des Künstlers Kwi Hae Kim sowie unifarbene Stücke machten Perret Schaads neues Werk zu einem textilen Potpourri, voller Vielseitigkeit und Versatilität.

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Perret Schaad Fall/Winter 2017/18 © PR
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Perret Schaad Fall/Winter 2017/18 © PR
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Perret Schaad Fall/Winter 2017/18 © PR