Mode

Interview: Miranda Kerr

Von , 21. February 2017

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Miranda Kerr © MOTHER Denim

Sie ist Model, Unternehmerin, Mutter und Designerin, dabei stets sympathisch und bodenständig – wir baten die Australierin Miranda Kerr zum Interview

Nachdem du mit 13 Jahren einen Modelwettbewerb gewonnen hast, bist du aus dem Modelbusiness nicht mehr wegzudenken. Hast du schon immer von einem Job in der Modebranche geträumt?
Tatsächlich dachte ich nicht im Geringsten daran, heute noch in der Modebranche zu arbeiten. Ich bin aber sehr dankbar für meine bisherige Karriere, die mir so viele schöne Erfahrungen ermöglicht hat. Ich durfte viel reisen, habe die unterschiedlichsten Länder und Kulturen kennengelernt.

Von Chanel bis Stella McCartney – du warst bereits für einige Brands das Kampagnengesicht. An welchen Job erinnerst du dich besonders gerne?
Alle Jobs waren wunderbare Erfahrungen, da lässt sich kein einzelner Job hervorheben. Was mich am Modeln generell sehr fasziniert, ist, dass man so viele talentierte und kreative Menschen trifft. Und dass kein Tag dem anderen gleicht.

Was ist das härteste am Modelbusiness?
Die ständige Zurückweisung, die man am Anfang seiner Karriere immer wieder erfährt, kann ziemlich an die Substanz gehen. Außerdem reist man oft allein und lässt seine Lieben zurück… das ist nicht immer einfach.

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Miranda Kerr © MOTHER Denim

Gerade hast du in Zusammenarbeit mit dem kalifornischen Denim-Label MOTHER eine Capsule Kollektion entworfen. Was hat dich inspiriert?
Die Kollektion reflektiert meine Persönlichkeit oder Lebenseinstellung und ist daher sehr spirituell geprägt. Mir war es wichtig, nicht nur ästhetisch und qualitativ anspruchsvolle Stücke zu kreieren, sondern positive Energie transportieren. Für die Prints habe ich Wörter wie “Freude” und “Dankbarkeit” gewählt, also optimistische Botschaften. Das Symbol des Schmetterlings steht für das Leben und Neuanfänge, für Hoffnung und Wiedergeburt. Die rosafarbenen Veloursdetails spiegeln meine Liebe für den Rosenquarz wider, ein heilender und beschützender Stein. 

Der Erlös der Kollektion geht an die Royal Hospital for Women Foundation in Sydney, eine Stiftung für Neugeborenen- und Frauengesundheit. Was war dein persönlicher Anreiz für eine gemeinsame Kooperation?
Ich unterstütze leidenschaftlich gerne Dinge, die mir am Herzen liegen, insbesondere wenn es um die Gesundheit von Frauen und Kleinkindern geht. Ich bin bereits seit einigen Jahren Botschafterin der Organisation und unglaublich stolz auf die Arbeit der Mitwirkenden. Pro Jahr versorgt das Krankenhaus über 4.200 Neugeborene und etwa 10.000 Frauen – und unterstützt dabei insbesondere die Frühchen-Station des Krankenhauses mit lebensrettender Ausrüstung, wie Brutkästen und Geräte zur Überwachung der frühkindlichen Herztöne. Ich selbst bin als frühgeborenes Kind zur Welt gekommen und habe daher eine ganz besondere Verbindung zur Stiftung.

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Miranda Kerr © MOTHER Denim

Seit 2009 vertreibst du außerdem deine eigene Naturkosmetiklinie KORA Organics. Was veranlasste dich dazu, neben dem Modeln als Unternehmerin durchzustarten?
Bei der Wahl von Beautyprodukten sollte man sich immer darüber im Klaren sein, was man seiner Haut und seiner Gesundheit mit den Inhaltsstoffen zumutet. Ich wollte eine natürliche Hautpflege entwickeln, die für eine reine Haut sorgt, dabei aber komplett ohne schädliche Chemikalien auskommt. Unsere hoch konzentrierten Naturprodukte sind alle “Cosmos”-zertifiziert, entsprechen also strengen biologischen Richtlinien und Vorschriften über Inhaltsstoffe und Herstellungsverfahren. Sie wirken entgiftend, nährend und revitalisierend.

Du bist ständig unterwegs, im Stress und wirkst dennoch so entspannt und bodenständig. Was ist dein persönliches Geheimnis?
Es gibt Dinge, die ich konsequent und täglich mache. Ich versuche mindestens zweimal am Tag zu meditieren, wenn auch nur 20 Minuten am Tag. Meditation spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung einer positiven Einstellung. Sie setzt Endorphine frei und hilft bei der Stressbewältigung. Wichtig dabei ist, dass man diese Minuten wirklich genießt und das Meditieren selbst nicht zu einer Art “Arbeit” wird. Neben Pilates, Yoga und Kraftübungen springe ich gerne mit meinem Sohn auf dem Trampolin, gehe Schwimmen, drehe Musik auf und tanze im Haus herum. Außerdem ist mir eine gesunde Ernährung sehr wichtig – wenn zwischendurch auch mal genascht werden darf.

Als gebürtige Australierin bist du landschaftliche Vielfalt und endlose Weiten gewohnt. Nun bist du vom überfüllten New York nach Malibu gezogen. Was sind deine Lieblingsorte und was vermisst du an deiner Heimat am meisten?
Ich vermisse Australien schon, aber ich bin sehr glücklich, dass ich mehrmals im Jahr in meine Heimat reisen kann. Andersherum besuchen mich meine Familie und Freunde regelmäßig. Einige meiner liebsten Plätze in Kalifornien sind zum Beispiel das Soho House Malibu und Shutters am Strand in Santa Monica. Beide haben eine wunderbare Atmosphäre, tolles Essen und einen sagenhaften Strandblick.

Victoria’s Secret Engel, erfolgreiche Unternehmerin und Mutter – man könnte sagen, du hast nahezu alles erreicht. Was hält die Zukunft für dich bereit?
Liebe, Gesundheit und Glück, hoffe ich! Aus einer beruflichen Perspektive hingegen konzentriere ich mich sehr auf die Weiterentwicklung und den Vertrieb meiner Beauty-Linie. Bald wird es meine Produkte endlich im stationären Handel in den USA geben. Meine Hoffnung ist es, mehr und mehr Menschen zeigen zu können, dass es wichtig ist, auf sich selbst zu achten.

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Miranda Kerr © MOTHER Denim