Mode

Focus On: LOV-S

Von , 7. March 2017

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© Lov-S

Das Amsterdamer Label LOV-S zelebriert Zeitlosigkeit und Zurückhaltung – mit einer ungewöhnlichen Hommage an Strick

In einer Welt, in der Kunst und Design seit langem fester Bestandteil des alltäglichen Lebens sind, agiert Mode als Medium, das beide Bereiche miteinander verbinden und bereichern kann. Dabei findet sich das Besondere zunehmend in der Zurückhaltung. „Weniger ist mehr“ und „Klasse statt Masse“ sind Devisen, die schnelllebige Trends ablösen und den Weg für einen bewussteren Umgang in Sachen Konsum und die Chance für junge, innovative Labels, sich langfristig durchzusetzen, ebnen.

Immer mehr Designer sind dadurch (wieder) in der Lage, Nischenprodukte zum Zentrum ihrer Arbeit zu erheben. So auch Monika Lovas and Robert Kisteleki und ihr Amsterdam basiertes Stricklabel LOV-S. Mit qualitativ hochwertigen Strickkollektionen ergründen sie die Bedeutung von Kleidung neu und befassen sich mit grundlegenden Fragen wie: Was tragen wir in unserem Alltag, und warum? Wo und wie werden die Kleider gemacht? Ihre Antworten sind simple Basics – Kimonos, Pullover, Röcke oder Schals in monochromer Farbgebung. Lila, Hellgrün, Grau, Schwarz und Weiss treffen lediglich auf minimalistische Schwarz-Weiss-Kontraste. Funktionalität und Bequemlichkeit stehen bei den Designs im Vordergrund, hegen aber mit plissierten, aus dem Tennissport entliehenen Miniröcken, Smoking inspirierten Schlauchschals mit Rollkragen und Latz oder drapierten Kimonos in fließenden Silhouetten auch eine starke modische Komponente.

Der kreative Prozess beginnt dabei bereits mit der Auswahl der Materialien auf der Pitti Immagine Filati, einer zweimonatigen Garnausstellung in Florenz. Zum Einsatz kommen nur naturbelassene Fasern, Acryl- oder Viskose sind tabu. Die verschiedenen Garne werden ausgiebig erprobt, bevor sie in der Produktion zum Einsatz kommen – Tragekomfort und Langlebigkeit sind dabei nur einige der Kriterien, die sie erfüllen müssen. Ziel ist es, Kleidungsstücke zu schaffen, die die Kurzlebigkeit der modernen Gesellschaft überdauern und zu Liebhaberstücken avancieren können.

Die Prototypen hierfür entstehen zumeist in ihrem Studio in Amsterdam, die fertigen Produkte später in traditionellen Unternehmen in Pesaro in Italien, limitierte Designs beispielsweise in Zusammenarbeit mit Einrichtungen wie dem Niederländischen Textilmuseum in Tilburg. Bei aller Schlichtheit geht es dem jungen Brand auch um Ganzheitlichkeit; faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen sind neben dem bewussten Umgang mit Ressourcen nur selbstverständlich. Anstatt billig produzierte Waren, die nur zeitweilige Befriedigung hervorrufen, zu konsumieren, möchten LOV-S dazu inspirieren, wieder das Besondere zu kultivieren. Damit Mode zukünftig auch als eigenes Kulturgut Generationen überdauern kann.

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© Lov-S
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