Mode

Focus On: Dada am Ohr

Von , 6. February 2017

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© Paul Aidan Perry

Modisches Comeback: Opulenter Schmuck reduziert eingesetzt. Das Berliner Label Anne Manns Jewelry zeigt, wie es geht

Der Sinn für Kunst und Ästhetik ist ein Grundbedürfnis des Menschen, ebenso wie der Wunsch, sich mit diesen Attributen zu schmücken. Schon immer galt Schmuck dabei mehr, als einfach nur der Zierde. Er war Statussymbol, definierte gesellschaftliche Zugehörigkeit und ist heute wieder mehr denn je Spiegelbild modischen Zeitgeistes. Bestes Beispiel: Die expressionistischen Designs von Anne Manns, die alte Maßstäbe neu definieren.

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Beheimatet in Berlin und Norditalien, vereinen die skulpturalen Silhouetten ihrer goldenen Kreationen die urbanen Grenzen der Stadt mit der umgezähmten Endlosigkeit der Natur; ihre Kollektionen entstehen in Zusammenarbeit mit sorgfältig ausgewählten Familienbetrieben. Dabei könnten die Entwürfe zu den Ohrringen und Broschen ebenso gut von der Hand großer Künstler stammen: Dalí-istische Formen, in denen sich das Sonnenlicht bricht, verschmelzen mit ihrer Trägerin; florale Ornamente, die an Ellsworth Kellys grafisches Werk erinnern, statuieren selbstbewusst und spielerisch eine neue Weiblichkeit; und gegenstandslose, organische Figuren mit textilen Stickereien erwecken die späten Kompositionen Kandinskys scheinbar wieder zum Leben.

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Trotz extrovertierter Formensprache sind Anne Manns Entwürfe auch ein Statement zu mehr Understatement. Die opulenten Modelle bestechen durch klare Linien und avancieren so zu zeitlosen Lieblingstücken – ungeachtet dessen, was modische Trenddiktate vorgeben. Statt auf überteuerte Materialien beruft sie sich auf klassische Goldschmiedearbeit und zukunftsweisende Techniken wie die 3D-Stickkunst, die den Stücken eine ungewöhnliche, strukturierte Oberfläche verleihen.

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Diesen wenig gebräuchlichen Materialkombinationen und artifiziellen Designs setzt sie in der aktuellen Kampagne eine unaufgeregte Bildsprache entgegen: Gelassene Momentaufnahmen im Wald, auf dem Zeltplatz und im Hinterhof treffen auf lässige, Vintage inspirierte Outfits und natürliches Make-Up. Erst die reduziert eingesetzten Schmuckstücke machen das triviale Szenario scheinbar zu etwas Besonderem. Zurückhaltender Glamour gepaart mit dem Fokus auf regionale Produktion als Erfolgsrezept? Noch ist Anne Manns Werk jung, gerade einmal 2016 hat sie ihr eigenes Label gegründet. Aber schon jetzt funktionieren ihre Unikate als starkes, feminines Statement, dessen eigentliche Bedeutung in der intendierten Interaktion liegt – zwischen dem Schmuck, seiner Trägerin und ihrer Kleidung.

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