Mode

Von Nacktkleidern und Baskenmützen

Von , 13. July 2016

©instagram.com/everyoutfitonsatc
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Ein neuer Instagram-Account dokumentiert jedes Outfit, das jemals in „Sex and the City“ zu sehen war. Die Fans haben nur darauf gewartet

Da war natürlich dieser absurde lange Nerzmantel aus Staffel eins. Das rote Dirndl, das Carrie beim Picknick in der Stadt trug (nebst aufgemalten Sommersprossen). Oder das schwarze Kopftuch mit glitzerndem „J’adore Dior“-Logo, unter dem Samantha ihr von der Chemotherapie gezeichnetes Haupt verhüllte. Und noch unendlich viele andere Outfits und Accessoires, die von Staffel zu Staffel immer theatralischer, immer übertriebener wurden.

Dem Instagram-Account @everyoutfitonsatc, der gerade die Internet-Gemeinde unterhält, mangelt es definitiv nicht an Bild-Material. Wie der Name schon sagt, dokumentiert das von der amerikanischen Modedesignerin Chelsea Fairless und der Regisseurin Lauren Garroni ins Leben gerufene Profil jeden Look, der jemals bei „Sex and the City“ gezeigt wurde. Erst vor zwei Wochen posteten die Freundinnen das erste Bild und schon heute kriegen sich knapp 60.000 Follower nicht mehr ein vor Begeisterung über die Fotos der hysterischen Outfits und die charmant-bissigen Kommentare, die sie liebevoll begleiten.

Fairless und Garroni haben einen Nerven getroffen: Die Serie berührt, selbst zwölf Jahre, nachdem die letzte Folge ausgestrahlt wurde. Nicht nur, dass sie zum ersten Mal das Leben moderner, selbstbestimmter Großstadtfrauen portraitierte, die Sex zum Spaß hatten und die Backöfen in ihren engen New Yorker Apartments als Stauraum nutzten. „Sex and the City“ hat auch Modegeschichte geschrieben. Die Outfits der Protagonisten dienten nicht nur als Requisiten. Sie charakterisierten Carrie und ihre Freundinnen, sie beeinflussten Handlungen, sie bekamen eigene Hauptrollen. So wie das hautfarbene, quasi nicht-existente Nacktkleid, das Carrie bei ihrem ersten Date mit Mr. Big trägt (und das sie nicht lange anbehält). Oder die Birkin Bag von Hermès, Samanthas Objekt der Begierde, von dem sie in der Boutique behauptet, sie kaufe es für die Schauspielerin Lucy Liu, um die Warteliste zu umgehen. Dank „Sex and the City“ wusste plötzlich eine ganze Generation von Frauen, wer eigentlich dieser Manolo Blahnik war und dass Pilotenbrillen von Ray Ban ziemlich cool aussehen.

Mit dem wahren Leben hatte das Styling von Carrie, Miranda, Samantha und Charlotte nichts zu tun, mal abgesehen von den noch recht moderaten Kombinationen in den ersten drei Staffeln. Patricia Field, Stylistin der Serie, tobte sich irgendwann hemmungslos aus, vor allem bei Carrie, dem wohl größten Modefreak der Fernsehgeschichte, der beim ersten Besuch in Paris natürlich eine Baskenmütze zum Ringelshirt trägt. Das machte natürlich gar nichts: Eben dafür, dass die Serie Eskapismus in jeglicher Form zelebrierte, liebte man sie ja. In Sachen Mode inspirierte und bildete sie gleichermaßen, indem sie in einer Zeit, in der man noch nicht jedem Designer auf Social Media folgen konnte, einen Zugang zu dieser Welt voll teurer Schuhe und fabelhafter Kleider ermöglichte, die nur für ein fabelhaftes Leben gemacht zu sein schienen. Der Erfolg von @everyoutfitonsatc beweist, wie gerne man sich daran erinnert.

*watches Annie Hall once* (S6/ EP 13) #CharlotteYork #AnnieHall Une photo publiée par Every outfit on Sex & the City (@everyoutfitonsatc) le

THIS BITCH #StanfordBlatch #Pucci #PrideLook Une photo publiée par Every outfit on Sex & the City (@everyoutfitonsatc) le

Coincidentally I’m staying at this hotel rn but not looking nearly as compelling as Samantha ✨(S3/EP13) #SamanthaJones #LA

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SLUTTY GINGHAM VIBES 🙏🏼 (S3/EP15) #SamanthaJones #Gingham #summerlook Une photo publiée par Every outfit on Sex & the City (@everyoutfitonsatc) le