Lifestyle

Strick-Kränzchen mit Lala Berlin

Von , 7. December 2015

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©Lala Berlin

Unser Editor-at-Large Joachim Bessing hat eine neue Masche: Er kann jetzt stricken

Da ich in letzter Zeit häufig auf meinen Anton-Hofreiter-Look angesprochen werde, kam mir die Einladung zu einem Lala Berlin Strick-Event am vergangenen Donnerstag gerade Recht. Viele (also: eigentlich alle) unsere Leser sind ja ungnädigerweise zu spät geboren, um sich an den Einzug der Grünen in den Deutschen Bundestag erinnern zu können. Ich habe gerade mal nachgeschaut – gibt’s leider nicht als Video auf YouTube. Aber jedenfalls war es damals so, dass dort urplötzlich – wie hinein retuschiert – strickende Männer mit Bärten unter den Anzugsspießern saßen. Politisch kann ich das nur unterstützen, bedeutete es doch die First Wave eines Transgender Movements, von dem wir heute bereits alle profitieren (und die Bewegung ging von Bonn aus!!!)
Nein, Homosexualität und Stricknadeln haben auch auf den zweiten Blick nur wenig miteinander zu tun. Als ich das entschieden unweihnachtlich duftende Soho House betrat, hatten sich dort bereits um die sechzig strickende Frauen zu einem Wollrave eingefunden. Umgehend wurde ich von Lala Berlin-Gründerin Leyla Piedayesh persönlich und herzlich begrüßt. Die elegante Modeschöpferin hat soeben in Kooperation mit dem Strickgarnhersteller Lana Grossa eine “Love my Wool”-Kollektion auf den Markt gebracht, die extrem kuschelige Wollsorten plus die dazugehörigen Strickanleitungen beinhaltet.
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Lana Grossa x Lala Berlin ©PR
Auf dem Strick-Event sollten nun möglichst viele Personen – gleich ob Strickerfahrene oder Nadelnovizen, egal ob weiblicher oder männlicher Natur – mit Wollust angefixt werden. Professionelle Stricklehrer waren strategisch über die Sitzlandschaft verteilt positioniert worden um das Schlimmste zu verhindern. Wer Kabelsalat hasst (also ich), aber nicht recht verhindern kann (auch ich), sollte das Stricken meiden wie die Pest (das war einen schlimme Krankheit, Leute, gibt’s auch nicht auf Youtube, weil noch vor der Erfindung der Kamera – haha: virulent). Mein Strickadvisor lebt seit ihrem Schulabschluss vom Stricken und hat auch schon die radikalsten Entwürfe des Labels Bless in Maschen verwandelt. Von daher fühlte ich mich nicht bloß geschmeichelt, sondern: anerkannt, als sie nach vier Stunden meinte, ich stellte mich ganz gut an. Fand ich übrigens auch. Immerhin hatte ich, Stricken ist wie Texten, schon ganze vier “Zeilen” produziert!!! Und wegen anfixen: Stricken macht voll süchtig. Ich muß jetzt gleich wieder. Im Gegensatz zum Weihnachtsbaum nervt Nadeln hier ja überhaupt nicht.