Lifestyle

Insta-Inspo: Pink Lakes

Von , 30. August 2016

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© Spiral Jetty, Great Salt Lake, Utah, USA | Earth | Satellite plus.google.com/113507009175485747967

Instagram-Inspiration: Rosa Feuchtgebiete

Instagram ist in den letzten Jahren zur Inspirationsquelle Nummer eins mutiert – aber nicht nur unsere kreativen Gedankengänge und Anschaffungsgelüste in Sachen Mode und Interieur bespielt die App auf gekonnte Weise, sondern auch unser Fernweh.
Seit Einführung der “Orte”-Suchfunktion können wir innerhalb weniger Sekunden dem grauen Alltag entfliehen und uns an die Destination unserer Träume beamen, von Las Coloradas bis Laguna Colorado. Und das beinahe in Echtzeit. Damit hat Instagram Seiten wie Places to See Before You Die so gut wie obsolet gemacht. Smartphone statt Wanderrucksack.
Was Christos analoge Obsession war, ist momentan unsere digitale: pinkfarbene Seen, in unserem Fall gefüllt mit Salzwasser. Wer nun denkt, unsere Augen seien dem gemeinen Fotofilter-Trickbetrüger zum Opfer gefallen, der darf sich wundern. Die spezielle Färbung des Wassers ist das hübsche Nebenprodukt des täglichen Überlebenskampfs einer Salz liebenden grünen Mikroalge und ihrer rosaroten Fressfeinde. #wasistdasfür1life

Das sind die sechs schönsten Orte in Rosé zum Durchscrollen:

Pink Sea, Las Coloradas, Mexiko

Neben schneeweißen Salzbergen liegt er verschlafen in der Sonne, der Pink Sea im kleinen Fischerdorf Las Coloradas auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Wie bei allen unserer hier vorgestellten Salzbecken der Fall, verleiht die Alge Dunaliella salina dem Wasser seine außergewöhnliche Färbung – um in dem salzigen Wasser zu überleben, produziert der Mikroorganismus Carotinoide. Über die Nahrungskette werden diese an Salinenkrebse und die in der Gegend beheimateten Flamingos weitergegeben – so erlangt das Gefieder seine charakteristische rote Farbe. Wieder was gelernt.

Lake Hillier, Middle Island, Westaustralien

Was wäre verlockender, als sich bei vierzig Grad im Schatten mit Schwung in die pink leuchtenden Fluten des 600 Meter langen, natürlich entstandenen Salzsees zu werfen? Das denken sich nicht nur wir aus der Ferne, sondern mit Sicherheit auch hunderte Backpacker, die an der Südküste von Westaustralien nach Abenteuern suchen. Ein Glück, dass die Australier den gesamten Recherche-Archipel – eine Inselgruppe in der Goldfields-Esperance Region – als Naturschutzgebiet erklärt haben. Laut Instagram lassen sich aber auch aus luftiger Höhe beeindruckende Aufnahmen von dem australischen Weltnaturwunder machen:

Pink Lake, Meningie, South Australia

Schwimmen darf man hier ebenso nicht, dafür aber das Wasser aus nächster Nähe betrachten. Zwischen Tailem Bend und Meningie in Südaustralien gelegen, findet man den Pink Lake – auch hier ist wieder die Dunaliella salina am Werk. Kleiner Tipp für alle, die nun ernsthaft mit einem Wochenendtrip nach Down Under liebäugeln: Bei klarer Sicht und Sonnenschein kommt die Rosa-Nuance am besten zur Geltung. Also schön die Wetter-App im Blick behalten.

Le Salin de Gruissan, Frankreich

Am Fuße des Clape-Massivs, in der Lagune der Ile Saint-Martin, erstreckt sich die 400 Hektar messende Saline von Gruissan. Hier kann man nicht nur Austern essen und Fotos mit rosa Wasser schießen, sondern auch etwas lernen: Ein kleines Museum illustriert anhand allerlei altertümlicher Werkzeuge, wie in der kleinen südfranzösischen Stadt seit jeher Salz gewonnen wird. Obendrauf kann man live dabei zuschauen, wie das kostbare Mineral abgetragen und in tonnenschwere Salzsäcke gefüllt wird.

Spiral Jetty, Great Salt Lake, Utah, USA

Mit seinen 4.400 Quadratkilometern darf sich der Great Salt Lake als “größter Salzsee der westlichen Hemisphäre” brüsten. Wer sich nicht nur für rosa Wasser, sondern auch für Land Art interessiert, sollte sich 72 Kilometer westlich von Brigham City, Utah begeben. Dort an der Küste liegt der Spiral Jetty. Sinkt der Wasserspiegel unter 1278 Meter, kommt die von dem amerikanischen Künstler Robert Smithson in den Siebzigerjahren angelegte Skulptur zum Vorschein – eine 460 Meter lange, aus schwarzen Basalten und Salzkristallen gelegte Spirale.

Laguna Colorada, Bolivien

Im südwestlichen Teil des Andean Plateaus versteckt, unweit der chilenischen Grenze, liegt der 60 Quadratkilometer große Salzwasser See Laguna Colorada, Heimat der Dunaliella salina, Salinenkrebse und James-Flamingos. Bestes Instagram-Motiv: Die glitzernden Inseln aus weißen Borax-Kristallen, die inmitten des Sees aus dem seichten Gewässer ragen. Mit etwas Glück inklusive Flamingo.