Lifestyle

Filmtipps fürs Wochenende

Von , 16. March 2017

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Foto: Niclas Reed Middleton

Von hoffnungsloser Liebe bis hin zum Hoffnungsschimmer in scheinbar aussichtslosen Zeiten – unsere Filmtipps zum Wochenende

CERTAIN WOMEN
Kann ein Blick ein Leben zerstören? In diesem melancholischen Meisterwerk liegt die Intensität in den kleinen Gesten. Provinzlehrerin (Kristen Stewart) wird auf dem Pferd ins Diner entführt. Liebe ohne Echo.

Seit dem 2. März im Kino

MARIJA
“Das Drehbuch ist das Resultat einer ausführlichen, dokumentarischen Recherche. 2010 war ich länger in der Ukraine und habe dann in Deutschland Menschen wiedergetroffen, die hier versucht haben, sich eine neue Existenz aufzubauen. Ihre Geschichten und Erfahrungen habe ich zu einem Drehbuch verarbeitet. Die Konsequenz, mit der insbesondere junge Frauen ihr Ziel verfolgten, hat mich sehr beeindruckt. Viele der Darsteller, die man jetzt im Film sieht, habe ich direkt vor Ort kennengelernt und sie später gefragt, ob sie im Film mitarbeiten würden. Dadurch lernte ich nicht nur die Strukturen und Regeln des Milieus kennen, sondern eben auch die Menschen.”
Spielfilmdebüt mit Auszeichnung! Regisseur Michael Koch, Jahrgang 1982, arbeitete vorher selbst als Schauspieler. In “Marija” porträtiert er eine junge ukrainische Frau, die nach Deutschland kommt, um ihr Glück zu finden – dabei muss sie schließlich sich selbst verkaufen. Hart an der Realität.

Seit dem 9. März im Kino

GHOST IN THE SHELL
Scarlett Johansson hat ihre Paraderolle gefunden: die tapfere Sci-Fi-Heldin. In dieser glossy Verfilmung des Manga-Klassikers “Ghost in the Shell” von 1989 spielt sie Cyborg namens Major, die gegen Cyber-Terrorismus kämpft: “Alle um mich herum fühlen sich an, als wären sie mit etwas verbunden. Was ich nicht bin.” So weit sind die Probleme aus der Zukunft dann doch nicht von unseren Empfindungen entfernt. In der Shell befindet sich übrigens der Rest des Menschseins: die Seele. Und auf die muss man aufpassen.

Ab 30. März im Kino

GAZA SURF CLUB
Die perfekten Wellen zum Surfen assoziiert man erst mal nicht mit dem 87 Gazastreifen. Zum Surfen reist man nach Hawaii oder wenigstens zum Münchner Eisbach. Fällt das Wort Gaza, entstehen vor unserem inneren Auge Bilder von Steine werfenden Jugendlichen, Kassam-Raketen, Ruinen und fanatischen Hamas-Beerdigungen. Der deutsche Regisseur Philip Gnadt zeigt, wie sich eine Gruppe Jugendlicher dort ihre persönliche kleine Freiheit und Subkultur schafft. Auch wenn man auf ein bestelltes Surfboard mal zwei Jahre warten muss – weil es in Israel beschlagnahmt wurde.

Ab 30. März im Kino

MOONLIGHT
“Moonlight” (Regie: Barry Jenkins) ist wie eine warme Wanne mit Schaum, in der man erst noch schaukelt, dann wird man mit dem Bade ausgeschüttet und muss laufen lernen. Man heult, will schreien. Das Leben ist so schön und so tragisch. Erzählt wird die Geschichte von Chiron, der fernab des Glamours in Miami aufwächst und sich seinen Platz erkämpft. In drei Kapiteln – gespielt von drei verschiedenen Schauspielern. Mehr Leben geht nicht!

Seit dem 9. März im Kino

Dieser Artikel ist in der April 2017-Ausgabe von L’Officiel erschienen