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Nadine Lohof: My Hands Smell Like Fear

Von , 3. March 2017

© Nadine Lohof

Berlins neuer Projektraum aesthetik01 präsentiert die erste Einzelausstellung der Künstlerin Nadine Lohof

Die Ausstellung „My hands smell like fear“ zeigt Arbeiten auf Papier und Leinwand sowie Objekte und Videoinstallationen der 1983 in Kassel geborenen und in Berlin lebenden Autodidaktin Nadine Lohof. Ihre Werke erzählen Geschichten, die der Gegenwart. Arbeiten, die konsequent hinterfragen, die sich losgelöst von Normen bestehender institutioneller Gefüge einen künstlerischen Freiraum schaffen und sich partout nicht begrenzen lassen wollen.

In ihrer Malerei taumeln die Figuren unentschlossen in der Schwebe oder posieren für die Kamera. Sie erzeugen eine Sehnsucht nach vergangenen Zeiten, in denen das Zusammensein eine soziale Funktion erfüllte, die über den passiven Voyeurismus hinausging. Die Charaktere der Künstlerin sind, wenn man so will, Karikaturen unserer Zeit, die in Ihrer Intensität und Szenerie an einen George Grosz der Nachkriegszeit erinnern; der energetische und metaphysische Gebrauch der Linie gleicht in ihrer Ausdrucksweise der monochromatischen, schwermütigen Handschrift einer Käthe Kollwitz.

Die gleichsam unbedarfte Ästhetik der Werke fusioniert mit der Fülle an zeitgenössischen Beobachtungen, die in ihrer Verschmelzung den Betrachter durchdringen. Konstruierte Heiligtümer, die den Sex von Heute, den Fetisch des Jetzt und den Ramsch von Morgen verewigen. Komplexe Auseinandersetzungen, die ihren Ausdruck sowohl in der Malerei und Zeichnung als auch in den theatralischen Videos und Skulpturen der Künstlerin finden.

Lose und unbefangen arrangiert und zusammengetragen, spiegeln diese Untersuchungen gerade in ihrer bizarren Sammlung den Kern unserer Jetztzeit wider. Die permanente Selbstbeweihräucherung, die Sucht nach Bestätigung, die tägliche Flut von Bildern, Eindrücken und Nachrichten übersetzt in die reiche Phantasiewelt der Künstlerin, die damit neue anthropologische Theorien erschafft, in denen die Protagonisten abseits von Perfektion agieren und scheitern können. Vielleicht ist die Geschichte der Gegenwart verpflichtet und nicht umgekehrt.

“My hands smell like fear” von Nadine Lohof ist vom 03. März bis zum 07. April 2017 immer donnerstags bis samstags von 16-20.00 Uhr zu besichtigen. aesthetik01. Lübecker Straße 49. 10559 Berlin-Moabit.

© Nadine Lohof
© Nadine Lohof
© Nadine Lohof
© Nadine Lohof
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