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Héroï­nes: Emma Cline

Von , 22. February 2017

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Emma Cline © Rachel Taylor

Die Autorin Emma Cline hat ein unfassbares Buch geschrieben: The Girls. Was viele nicht wissen: Vor der Schriftstellerei betrieb sie Schauspielerei – unsere neue Héroï­ne

Bevor Emma Cline sich den jungen Frauen widmete, die im Auftrag von Charles Manson im Sommer 1969 Morde verübten, und einen beeindruckenden Roman aus der Sicht einer der Täterinnen verfasste, war Cline nämlich Schauspielerin. Kurz nach Erscheinen von The Girls schrieb die 27-Jährige für The Guardian über ihre Erfahrungen vor der Kamera. Als junges Mädchen wurde sie von ihrer Mutter zu Castings geschleppt. Ich sollte Mädchen darstellen”, schreibt sie, die in ganzen Sätzen sprachen, Fußball spielten, Mädchen, die Caprihosen trugen und dauerhaft in die Jungs aus ihrer Nachbarschaft verliebt waren, ohne je mit ihnen ins Bett zu gehen.“ Natürlich waren diese Mädchen nicht so wie die , die Cline kannte. Anders als die Filmfiguren hätte sie ihrer Mutter niemals ihre Geheimnisse anvertraut, geschweige denn Fußball gespielt. In zwei Teeniefilmen spielte Emma Cline schließlich auch mit – im Film Flashcards (2003) verändert ein Gewaltverbrechen im Sommerurlaub das Leben des Mädchens, das Cline spielt, für immer. Ausnahmesituationen erforschte die Autorin künstlerisch also schon in der Schulzeit. Die verbrachte sie übrigens gemeinsam mit ihren fünf Geschwistern in Sonoma, Kalifornien. Ihr Urgroßvater war einer der Jacuzzi-Brüder, die den Whirlpool erfunden haben. Die Familie war deshalb einigermaßen wohlhabend. Nach den zwei Millionen Dollar, die Cline angeblich als Vorschuss für The Girls bekommen haben soll, dürfte sie auf die Unterstützung durch ihre Eltern allerdings nicht mehr angewiesen sein. Wo und wie sie genau lebt, bleibt aber trotzdem ihr Geheimnis.

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© Emma Cline: The Girls

THE GIRLS von Emma Cline ist 2016 im Penguin Randomhouse Verlag erschienen. Nun gibt es auch eine deutsche Version: Carl Hanser Literatur Verlag, 352 Seiten, etwa 20 Euro

Dieser Artikel ist in der November/Dezember 2016-Ausgabe von L’Officiel erschienen