Lifestyle

Héroï­nes: Angelica Hicks

Von , 2. November 2016

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Foto: David Needleman © Trunk Archive

Missoni impossible? Von wegen! Gerade fertig mit dem Studium und schon mittendrin im Fashion-Zirkus – als humorvolle Nestbeschmutzerin

Dürfte sich Angelica Hicks hier selbst vorstellen, dann wahrscheinlich als „Hicks-Teilchen“. Dazu würde sie ein plakatives Selbstporträt in Wasserfarben zeichnen, umgeben von einem Strudel aus Elektronen, in dem statt elektromagnetischer Kerne kleine Cupcakes schwirren. So oder so ähnlich.

Die 23-jährige Illustratorin, eine Engländerin in New York, ist vor allem auf Instagram für ihre handgemachten satirischen Zeichnungen bekannt geworden, die Wortwitz und Bild miteinander verschränken. Wasserfarben-Memes sozusagen. Zu ihren Followern zählen Gigi Hadid, der berühmte Stylist Jacob K, Kunstkritiker Jerry Saltz und 23.000 weitere Abonnenten.

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© Angelica Hicks

Dabei schöpft sie aus dem Celebrity- und Objekte-Repertoire der Modewelt. Man sieht einen Hotdog in Gucci-Farben, darüber die Sprechblase „Happy Haute Dog Day“. Es gibt ein Porträt von Kate Moss mit dem Körper eines Elchs, daneben die Worte: „Kate Moose“. Oder eine zwinkernde Anna Wintour im Sportdress mit der Bildunterschrift „For the Win-Tour“. Die hybriden Bilder von Modemonstern, Spice Girls im Pfefferstreuer und „Birkin-Stock Bags“ tun irgendwie weh, aber sind genau deswegen so genial. Außerdem fallen ihre gemeinen kleinen Illustrationen auf im Instagram-Dschungel. Sie sind total undigital.

Sie sehen nach Papier und Tinte aus. Hicks hat einen bunten und selbstbewussten Stil gefunden, um mit Phänomenen der Gegenwart umzugehen. Sie haut richtig drauf!

Dabei sind schon einige Kollaborationen entstanden mit eben jener Welt, die sie karikiert. Sie designte Einladungskarten für Tory Burch, illustriert für Elle und das Magazin Porter, gestaltete das Logo für eine Dating-App und entwirft Illustrationen für Schokoladenriegelverpackungen, die man zum Beispiel im Soho House Berlin kaufen kann.

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© Angelica Hicks

Wenn sie Inspiration braucht, setzt sie sich mit ihrem Zeichenblock in die U-Bahn und beobachtet Menschen. Oder sie liest BuzzFeed-Artikel auf ihrem iPhone. Außenwelt und Internet verschränken sich auch hier.

In einem Interview sagte sie einmal, dass durch Instagram genau die 15 Minuten Ruhm für jeden ermöglicht werden, die Andy Warhol prophezeit hat. Und schiebt dann nach: „Aber er hat nicht die #rawvolution vorhergesagt!“ Angelica Hicks hat definitiv sehr viel mehr als 15 Minuten Erfolg verdient. Hicks’ Vater ist übrigens ein Cousin von Prince Charles. Vielleicht kommt der Sinn für Humor also auch aus ihren Wurzeln in der Royal Family. Zumindest Prince Philip ist ja dafür weltbekannt.

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© Angelica Hicks
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© Angelica Hicks

Dieser Artikel ist in der Oktober 2016-Ausgabe von L’Officiel erschienen.